| Einführung |
Die Carmina Burana - zu deutsch: Lieder aus Benediktbeuern - sind die wohl bekannteste Liedersammlung des Mittelalters.
Diese Handschrift ist um das Jahr 1230 entstanden und enthält ca. 250 Lieder. Aufgefunden wurde der Kodex erst 1803 im Kloster Benediktbeuern ca. 80 km südlich von München. Das Original liegt heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München.
Die große Bedeutung dieser Handschrift liegt darin, dass uns hier ein umfangreicher Querschnitt durch die Liedkunst des Mittelalters erhalten geblieben ist. Über 250 Texte sind in diesem Kodex vereint. Sie sind nach weltlichen Liedern verschiedenen Inhalts - Trink-, Scherz-, Liebeslieder und satirische Dichtungen - und christlichen Singspielen geordnet. Der Anfang der Sammlung ist leider nicht erhalten, man kann davon ausgehen, dass er geistliche Lieder beinhaltete.
Wer der Auftraggeber zu diesem außergewöhnlichen Unterfangen war, ist nicht mehr nachvollziehbar. Auch der Entstehungsort der Handschrift kann nicht eindeutig festgestellt werden. Man findet keine Anhaltspunkte dazu, weder im Kodex selbst noch in andern Quellen aus dem Mittelalter.
Die Lieder sind nur teilweise mit Neumen - einer mittelalterlichen Notation - versehen. Der unbekannte Auftraggeber dieser Sammlung setzte offensichtlich voraus, dass viele Melodien allgemein bekannt seien.
Der Ursprung der einzelnen Lieder ist sehr unterschiedlich. Auch sind nur von wenigen Texten die Dichter namentlich bekannt.
Berühmt geworden sind die Carmina Burana vor allem durch Carl Orff, der sich in den 30ger Jahren einer Auswahl der Texte bediente als Grundlage für den ersten Teil seines szenischen Triptychons "Trionfi" ("Carmina Burana", "Catulli Carmina", "Trionfi di Aprodite").
Corvus Corax hat mit der Komposition einer neuen Auswahl von Liedern aus den Carmina Burana für Orchester und Chor unter Einbindung mittelalterlicher Instrumente den Bezug zur originalen Quelle wieder hergestellt.
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